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Eintracht Frankfurt: Adlerauge: Eintracht auf dem Weg nach Europa

Von DIETER SATTLER

Wieder ein Festtag für die Eintracht-Fans! Nach dem leichten Pokalsieg gegen Mainz schlug die Eintracht zur Fastnachtszeit mit Schlusslicht Köln den nächsten Klub aus einer Karnevalshochburg. Das 4:2 für die Adler war letztlich leicht und locker herausgespielt und hochverdient.

Endlich mal ein relativ entspannter Eintracht-Sieg, auch in der Bundesliga. Er hätte gegen harmlose Kölner noch höher ausfallen können. Die Eintracht war aber in der Defensive zu fahrlässig und ließ deshalb zwei Gegentreffer zu. Da die SGE vorne aber inzwischen brandgefährlich ist, konnte sie Schlusslicht Köln letztlich  sicher mit 4:2 besiegen.

In dieser Form werden die Rheinländer keine Aufholjagd mehr starten können. Die Hypothek von nur drei Punkten aus den ersten 16 Spielen wiegt wohl doch zu schwer. Die Eintracht dagegen weist jetzt als Tabellenvierter einen Punkt mehr auf als zum gleichen Zeitpunkt der vorigen Saison und kann ganz klar nach oben schauen. Jetzt sollte sie sich eindeutig das Ziel setzen, nächste Saison europäisch zu spielen. Die Spieler haben die Qualität dazu, der Trainer sowieso.

Die Eintracht hatte gegen Köln schon klar überlegen begonnen. Chandler ging wieder schnell und unkompliziert links durch, scheiterte aber diesmal anders als gegen Gladbach mit seiner Hereingabe. Doch der nächste schnelle Angriff über Wolf und Jovic führte zum 1:0 durch Rebic, der den Ball nur noch über die Linie drücken musste, sich aber geistesgegenwärtig die Zeit nahm, mit dem linken Fuß zu vollenden, weil das sicherer war. Seit Kovac schnelle Leute geholt hat, sind diese Treffer nach Hereingaben von außen zur schönen Gewohnheit geworden. So einfach kann Fußball sein.

Welch ein Unterschied zu früheren Zeiten, als man ganze quälende Spiele warten musste, ob vielleicht ein Meier-Tor fällt. Jetzt wirkt alles leicht und selbstverständlich. Besonders Wolf und Chandler tun sich bei solchen Spielzügen immer wieder hervor. Chandler hatte nach einem weiteren schönen Angriff über rechts Pech, dass er mit einem schönen Drehschuss nur den Pfosten traf. Im Mittelfeld sicherte die Achse Boateng und Mascarell den Ball wieder wie die Bank von England. Doch nach starkem Beginn vernachlässigte die Eintracht das erfolgreiche Flügelspiel und agierte zu selbstzufrieden. Prompt wurde das zuvor harm- und hilflose Schlusslicht aus Köln etwas besser, blieb aber bis auf eine Chance von Sörensen bis zur Pause relativ ungefährlich.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit schien sich das zu ändern, als Köln durch einen Elfer zum Ausgleich kam. Doch die Eintracht schlug im Stil einer Klassemanschaft mit gleich drei Toren zurück und entschied durch Treffer von Russ, Falette und des überragenden Wolf, der an allen vier Frankfurter Toren beteiligt war, das Spiel. Der zweite Gegentreffer von Köln nach Fehler von Eintracht-Keeper Hradecky war nur ein Schönheitsfehler, der die Eintracht zwang, in der letzten Viertelstunde besser aufzupassen. Weitere verheißungsvolle Konter zeigten, wie sehr die Kovac-Truppe an spielerischer Qualität hinzugewonnen hat. Das liegt unter anderem auch an der Qualität, die der Trainer von der Bank einwechseln kann. Haller und Gacinovic fungierten dieses Mal nur als Einwechselspieler. In dieser Form könnten rosige Zeiten vor der Eintracht liegen. Die 50-Punkte-Marke ist mit jetzt 36 Punkten und noch 12 Saisonspielen absolut realistisch. 

Artikel vom 10.02.2018, 17:40 Uhr (letzte Änderung 28.02.2018, 03:33 Uhr)

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