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Löwen Frankfurt: Schwarzes Wochenende für die Löwen

Zweimal in Führung gelegen, zweimal verloren: Die Frankfurter Löwen waren am Wochenende wahrlich nicht vom Glück begünstigt.

Freiburg/Frankfurt. 
Ein 2:0-Führung nach dem ersten Drittel ist wohl ein schlechtes Omen. Am Freitag führten die Löwen in Freiburg nach 40 Minuten 2:0: Und verloren 2:4. Am Sonntag lagen die Frankfurter gegen die Starbulls Rosenheim nach fünf Minuten schon mit 2:0 vorne und verloren nach Verlängerung und Penaltyschießen 5:6 (2:0, 2:2, 1:3/0:0/ 0:1).

Trainer Tim Kehler musste auf die angeschlagenen Nick Mazzolini, Nils Liesegang und Marc Schaub verzichten. Wie schwer die Verletzungen sind, wird die Untersuchung am Montag ergeben. Christoph Kabitzky fällt nach einem Autounfall in dieser Woche ebenfalls verletzt aus. In die Mannschaft kehrte der in Freiburg als überzählige Ausländer pausierende David Brine zurück, gespielt wurde mit drei Reihen und Dennis Reimer als Stürmer Nummer zehn.

Das Match hätte nicht besser beginnen können. Erst 22 Sekunden wurden gespielt, da durften die 3855 Zuschauer bereits jubeln. Der Torschütze hieß Stefan Chaput. Was für ein Einstand für den kanadischen Mittelstürmer, der mit Norman Martens und Kris Sparre die erste Reihe bildete.

Das 2:0 auf dem Schläger hatte Lukas Laub, der jedoch am gegnerischen Keeper Timo Herden scheiterte. Der zweite Treffer der Löwen ließ aber dennoch nicht lange auf sich warten. Auf dem Eis war die dritte Formation Nico Oprée – David Brine – Clarke Breitkreuz. Brine gewann ein Bully im gegnerischen Drittel, schob die Scheibe zu Breitkreuz, der passte zurück und Verteidiger Henry Martens traf genau.

Das 3:0 fiel unmittelbar nach dem Seitenwechsel. In Unterzahl. Die Bayern verloren den Puck an Stefan Chaput, der sich hinters gegnerische Tor durchtankte, den mitgefahrenen Mike Card im Slot bediente. Den ersten Schuss des Verteidigers konnte Herden noch abwehren, gegen den Nachschuss war er aber machtlos. Noch jubelten die Fans über das Tor und auch darüber, dass David Cespiva  von der Strafbank zurückgekehrt war, als Christian Neuert auf 1:3 verkürzte. In der Folgezeit durften die Löwen vier Minuten lang mit einem Mann mehr auf dem Eis spielen. Das Powerplay war katastrophal. Nicht nur, dass die Löwen nicht trafen. Neuert verkürzte sechs Minuten nach seinem ersten Treffer mit einem Bauerntrick sogar auf 2:3.

Nicht nur in der Überzahl, irgendwie wirkten die Löwen in dieser Phase desorientiert, wie ein Hühnerhaufen. Man merkte, dass die Reihen neu zusammengestellt wurden und daher nicht eingespielt waren.

Nach vorne ging es mit Einzelaktionen, die Scheibe wurde schnell verloren.  Zum Glück führte eine der Soloaktionen zum 4:2 durch Clarke Breitkreuz, der die Scheibe Herden zwischen die Schoner beförderte. Selbst mit zwei Mann mehr auf dem Eis vermochten sich die Frankfurter keine Chancen zu erarbeiten. Sie hatten sogar Glück, dass Rosenheim nicht das zweite Unterzahltor erzielt hat. Antti Ore konnte gegen das Solo von David Vallorani gerade noch stoppen.

Dann wurde es ein wenig turbulent. Dominik Draxlberger checkte den Löwen Andreas Schwarz bei einem Konter in Timo Herden. Der Goalie blieb verletzt liegen, wurde behandelt und musste anschließend das Eis verlassen. Für ihn kam Lukas Steinhauer ins Tor. Schwarz und Draxelberger bekommen für den anschließenden „Meinungsaustausch" je zwei Strafminuten.
Daxlberger reichte die Zeit in der Kühlbox wohl nicht, um klaren Kopf zu bekommen. Kaum, dass die „Sünder“ wieder aufs Eis durften, checkte Daxlberger Schwarz in die Bande und musste gleich zurück auf die Strafbank.

Die Leistung der Gastgeber wurde auch im Schlussdrittel nicht besser. Während eines vierminütigen Powerplays brannte es vor Ore ständig lichterloh, es war schon Glück dabei, dass die Rosenheimer nicht mehr als das 3:4 durch Josef Frank in dieser brenzligen Phase erzielt haben. Die Löwen bettelten regelrecht um den Ausgleich, der prompt auch kam. Manuel Edfelder traf in der 49.Minute. Die etwas einseitige Regelauslegung – während einige Fouls der „Bullen“ nicht geahndet wurden, mussten die Löwen bei jeder Kleinigkeit raus.

Und das Unheil nahm seinen Lauf. Nur eine Minute nach dem Ausgleich brachte Michael Rohner die Gäste in Überzahl in Führung. Dann beförderte Peter Lindlbauer die Scheibe über die Bande, musste raus. Die Löwen versuchten das Powerplay anders. Die Verteidiger Patrik Vogl und David Cespiva schossen von der Blauen, was das Zeug hält. Mit Erfolg. Cespivas Golfschlag saß. 5:5! Gleich danach musste der frühere DEL-Frankfurter Andrej Strakhov raus. Wieder eine Kanonade, mehrere Rebound-Chancen. Aber der Puck wollte nicht rein.

Die Schlussphase war kampfbetont und hektisch, mehr Spielkultur zeigten die Gäste, während sich die Löwen-Fans nur am Kampfgeist ihrer Mannschaft erfreuen konnten. Spielerisch ging nichts mehr. Bis zur Sirene blieb es Unentschieden, über den Zusatzpunkt musste die Overtime entscheiden.

Da hatte eine gute Chance Brett Breitkreuz. Der Puck fiel Torwart  Steinhauer aus der Hand, leider nur vom oben aufs Netz. Die Löwen waren nun tonangebend, machten aber weiterhin Fehler, die den Starbulls auch Chancen eröffneten. 51 Sekunden vor Schluss der Verlängerung gab es einige Auseinandersetzungen, auf die Strafbank musste erneut nur ein Löwe, so dass drei Feldspielern gegen vier auf dem Eis standen und die Hessen ins Penaltyschießen retteten. Da vergaben jedoch Kris Sparre, Chaput und Clarke Breitkreuz, so dass der Treffer von C.J. Stretch die Entscheidung zugunsten der Rosenheimer brachte.
Bildergalerie
Löwen verlieren gegen Rosenheim: 5:6 nach Penalty-Schießen
Die Frankfurter Löwen im Pech: Am Sonntag, 29. November, lagen sie gegen die Starbulls Rosenheim nach fünf Minuten schon mit 2:0 vorne - um dann doch noch nach Verlängerung und Penaltyschießen 5:6 (2:0, 2:2, 1:3/0:0/ 0:1) zu verlieren. Unsere Bilderstrecke zeigt Szenen des Spiels.<br><br>C.J. Stretch (Star Bulls Rosenheim) trifft gegen Goalie / Torwart Henning Schroth (Loewen Frankfurt) beim Penaltyschiessen
Tor: Erste Puckberuehung des Neuzugangs Stefan Chaput (Loewen Frankfurt) und 1:0 fuer die Lšwen, Stefan Chaput (Loewen Frankfurt) jubelt mit Kris Sparre (Loewen Frankfurt)
Tor: Erste Puckberuehung des Neuzugangs Stefan Chaput (Loewen Frankfurt) und 1:0 fuer die Lšwen, Stefan Chaput (Loewen Frankfurt) jubelt mit Kris Sparre (Loewen Frankfurt)

 
Artikel vom 29.11.2015, 21:23 Uhr (letzte Änderung 17.03.2016, 03:34 Uhr)

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